Die Sache mit den DPI und der Dateigröße

Immer wieder mal taucht der Begriff DPI auf und immer wieder mal gibt es Missverständnisse, was die Auswirkungen der DPI auf die Bilddatei angeht. Angeblich schießt die Dateigröße in die Höhe, wenn man die DPI erhöht. Von anderen komischen Auswirkungen mal abgesehen. Diese DPI scheinen sehr mächtig zu sein.

Wenn die tägliche DPI-Diskussion auf Facebook losgeht, bin ich schon lange nicht mehr dabei. Anfangs habe ich mich dazu hinreissen lassen, aufgrund falscher Kommentare, meinen Senf dazuzugeben. Ich habe Dateien mit verschiedenen DPI angelegt und verglichen, habe erklärt usw.
Da Informationen auf Facebook selten eine Halbwertszeit von länger als einer halben Stunde haben, gibt es mindestens einmal pro Tag einen Post zum Thema DPI, manchmal mehrmals – in der gleichen Gruppe. Deswegen greife ich mal das Thema DPI und Dateigröße hier auf.

Der Begriff DPI steht für dots per inch, also Punkte pro Inch. Mit Punkten sind Druckpunkte gemeint, nicht die bei der Akupressur, sondern die Druckpunkte die entstehen, wenn ein Bild ausgedruckt wird. Aus der Drucksprache stammt der Begriff DPI auch. Hier wird also angegeben wie viele Druckpunkte auf einem Inch (das sind 2,54 Zentimeter) gedruckt werden. Mit dem folgenden Bild versuche ich das mal zu visualisieren.

Darstellung unterschiedlicher DPI

Die Strecke, die auf dem Bild dargestellt ist, entspricht nicht wirklich einem Inch. Denn die Länge der Strecke hängt davon ab, auf welchem Endgerät ihr diesen Artikel gerade lest, wie groß der Bildschirm ist und welche Auflösung eingestellt ist. Aber zur Darstellung des Sachverhalts soll das genügen.

Wenn ich also mehr Punkte auf einen Inch drucke, dann rücken die Druckpunkte weiter zusammen. Aber welche Konsequenz ergibt sich daraus nun für mein Bild? Das kommt darauf an …

Wenn es um die Darstellung am Bildschirm geht, verändert sich gar nichts. Ob ich ein Bild mit z.B. 72dpi oder eines mit 300dpi habe, macht keinen Unterschied. Denn die dots in DPI stehen für Druckpunkte und gedruckt wird am Bildschirm nichts. Das prüfen wir natürlich nach. Die beiden folgenden Bilder haben identische Abmessungen von 200×200 Pixel. Das linke Bild hat 72dpi, das rechte Bild hat 300dpi. Darunter seht ihr noch mal die Dateieigenschaften beider Bilder. Ihr könnt die Bilder aber auch auf eurem Rechner speichern und die EXIF-Daten selbst kontrollieren, es stimmt wirklich 😉

Blaues Quadrat mit 72dpi                              Blaues Quadrat mit 300dpi

Dateieigenschaften 72dpi     Dateieigenschaften 300dpi

Aber wie ist das jetzt mit der Dateigröße? Die muss sich ja geändert haben, immerhin hat das rechte Bild 300dpi. Leider muss ich euch enttäuschen, beide Dateien haben exakt die gleiche Größe. Beide Bilder haben die Abmessung 200×200 Pixel, da die Dateigröße nur von den Pixeln abhängig ist, sind beide Dateien natürlich gleich groß. Auch hier zeige ich euch gerne noch mal die Dateieigenschaften.

Dateigröße 72dpi     Dateigröße 300dpi

Ja zum Henker, irgendeine Auswirkung muss die Angabe der DPI doch haben. Klar, beim Ausdruck. Ihr erinnert euch, mit dots sind Druckpunkte gemeint. Und die entstehen nur beim Druck 😉
Die DPI sind nichts weiter, als eine Angabe in den Dateieigenschaften, die dem Drucker (oder dem Programm das den Druck ausführt) sagt, wie viele Punkte des Bildes auf einen Inch gedruckt werden sollen. Am Bild selbst verändert sich überhaupt nichts. Leider bringt es nichts wenn ich mir die Bilder jetzt ausdrucke, ich will es euch ja zeigen. Also öffne ich beide Bilder mal in der Druckvorschau von Photoshop.

Druckvorschau in Photoshop mit 72dpi         Druckvorschau in Photoshop mit 300dpi

Und hier passierts. Rechts könnt ihr auch die Abmessungen des Quadrates auf dem Ausdruck nachlesen. Beim 72dpi-Quadrat sind es 7,05cm in Breite und Höhe und beim 300dpi-Quadrat sind es 1,69cm in Breite und Höhe. Da bei dem Quadrat mit 300dpi die Druckpunkte dichter beisammen liegen, wird das Quadrat kleiner, als das Quadrat mit 72dpi. Hier und nur hier, entfalten die magischen DPI ihre Wirkung …

Und wozu ist das gut? Nun, je näher die Druckpunkte beieinander liegen, desto feiner ist die Darstellung. So wird z.B. Treppchenbildung an Kanten vermindert. Allerdings sollte man nun nicht auf die Idee kommen, immer mit den hochstmöglichen DPI zu drucken. Denn das verbraucht natürlich mehr Tinte und ist in den meisten Fällen unnötig. Für alles was man zum Betrachten in der Hand hält, hat sich ein Wert von 300dpi eingebürgert. Je weiter man vom Ausdruck entfernt ist, desto weniger DPI benötigt man. Schaut euch mal ein Plakat auf der Straße ganz aus der Nähe an. Hier erkennt man sehr gut die einzelnen Bildpunkte. Da große Plakate eher aus Entfernungen von mehreren Metern betrachtet werden, reichen hier etwa 30-50 dots per inch um einen homogenen Bildeindruck zu bekommen. Würde man hier mit 300dpi drucken, bräuchte man 6-10 mal so viel Tinte. Reine Verschwendung.

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