Günstiger Einstieg in die DSLR-Fotografie (3)

Und weiter geht es mit Einsteiger-Sets für maximal 200 Euro. Wer gerne Menschen fotografiert, benötigt ein etwas anderes Equipment als der Allrounder. Hier spezialisiert man sich schon. Wer übrigens bereits die Modelle im Bekanntenkreis ausgeschöpft hat, kann sich mal in der Model-Kartei umschauen. Hier finden sich Gleichgesinnte und Modelle, die die Zusammenarbeit suchen.

Modell: Janine | Location: Wiesbaden

Set 3 – Portrait

Mit dem heutigen Set wollen wir uns der Portraitfotografie widmen. Hier gibt es eine Besonderheit, nämlich das Objektiv, welches sich von den anderen Sets abhebt. Außerdem benötigen wir natürlich eine Kamera und erweitern das Ganze mit einem Blitz oder einem Reflektorset um das Modell schön zu beleuchten.

Kamera

Hier kann ich mich nur wiederholen. Geeignete Modelle wären z.B. die Canon D30, Canon D60, Canon 10D, Nikon D40 und Nikon D70. Preislich liegt man hier im Rahmen zwischen 40 und 80 Euro, je nach Zustand. Wer sich nicht mit 3 Megapixeln zufrieden geben will, lässt die D30 außen vor.

Modell: Anne | Location: Frankfurt/M

Objektiv

In der Portraitfotografie sollte man auf die verwendete Brennweite achten. Besonders geeignet sind Brennweiten zwischen etwa 80mm und 120mm (bezogen auf Kleinbild). Außerdem sind große Blendenöffnungen von Vorteil um die Person durch eine niedrige Schärfentiefe freizustellen (unscharfer Vorder- und Hintergrund). Hier bietet sich ein 50mm-Objektiv (ergibt bei einem Sensor mit Cropfaktor eine scheinbare Brennweite von ca. 80mm) mit einer Anfangsblende von 1.8 an (kleine Blendenzahl -> große Blendenöffnung). Fast jeder Hersteller hat ein derartiges Objektiv günstig im Angebot. Bei Canon wäre das, das Canon EF 50mm 1.8 II für ca. 90 Euro (gebraucht schon ab 50 Euro zu haben), welches sogar vollformattauglich ist. In diesem Artikel könnt ihr mehr darüber lesen. Bei Nikon gibt es das AF-S NIKKOR 50 mm 1:1,8G für ca. 180 Euro und das AF Nikkor 50mm 1:1,8D für knapp 130 Euro (gebraucht entsprechend günstiger). Ich kenne mich bei Nikon leider nicht sehr aus, aber hier muss man darauf achten, ob das Objektiv einen eigenen Autofokusmotor eingebaut hat oder nicht. Ist der nicht vorhanden muss die Kamera einen besitzen, was aber nicht bei allen Modellen (vor allem den günstigen Einstiegsmodellen) gegeben ist. Die D40 und die D70 haben meiner Kenntnis nach keinen AF-Motor. Das AF-S NIKKOR 50 mm 1:1,8G hat wohl einen eigenen AF-Motor, das AF Nikkor 50mm 1:1,8D hat keinen.
Das 50mm 1.8 von Sony ist mit ca. 142 Euro leider auch etwas teurer, selbst gebraucht wird man mindestens 100 Euro zahlen. Hier lohnt sich ein Blick auf Minolta-Objektive aus der analogen Zeit, da Sony das Minolta-Bajonett übernommen hat. Ein 50mm 1.7 ist gebraucht ab ca. 70 Euro zu bekommen.

Modell: Yulia | Location: Frankfurt/M

Blitz

Unabhängig vom vorhandenen Licht zu sein, kann einen gewissen Wert haben. Mit dem Blitz lassen sich Schatten aufhellen, Szenen einfrieren, Schlagschatten werfen wenn der Himmel stark bewölkt ist oder die Nacht zum Tag machen. Da auf eine TTL-Steuerung verzichtet werden kann, gelten die gleichen Empfehlungen, wie auch bei Set Allround. Der Hersteller Yongnuo hat sehr günstige, gut ausgestattete Blitzgeräte im Sortiment. Die Modelle YN-460, YN460II und YN-560II gibt es zum Neupreis von 40-60 Euro, gebraucht habe ich schon welche für 20 Euro gesehen. Für eine gute Handvoll Euros bekommt man dann noch einen passenden Blitzdiffusor („Joghurtbecher“), der das harte Blitzlicht etwas weicher macht.

Funkauslöser oder Blitzkabel

So richtig toll wirken Portraits erst, wenn man entfesselt blitzt. Wenn der Blitz von der Kamera getrennt eingesetzt wird, verhindert man das sogenannte „Totblitzen“ und hat vielseitige Möglichkeiten, das Modell auszuleuchten. Schon für kleines Geld, kann man sich ein Blitzkabel zulegen, dass es erlaubt, den Blitz ca. 1-3m von der Kamera zu entfernen. Viel flexibler ist man aber mit einem Funkauslöser-Set z.B. des Herstellers Yongnuo. Die Auslöser gibt es zu einem Neupreis ab ca. 20 Euro, die Reichweite beträgt zwischen 30 und 100 Metern. Beim Kauf unbedingt darauf achten, das passende Modell zur Kamera zu wählen.

Modell: Janine | Location: Wiesbaden

Reflektor

Die günstigste Möglichkeit Schatten aufzuhellen, bieten Reflektoren. Diese gibt es in verschiedenen Farben (Gold, Silber, Zebra, Schwarz, Weiß, Diffus), Formen (Rund, Rechteckig, Dreieckig) und Durchmessern (gängig sind ca. 30cm bis 200cm, aber es geht auch größer). Gerade in der Outdoorfotografie kommt der Reflektor gern zum Einsatz. Er benötigt keine Batterien oder Akkus und das Sonnenlicht lässt sich damit beliebig umlenken und im Farbton ändern. Man kann damit auch die direkte Sonne abschatten oder diffuses Licht zaubern.

Man sollte beachten, dass der Reflektor ab einer bestimmten Größe nicht mehr vom Fotografen gehalten werden kann. Am flexibelsten ist man hier mit einem Assistenten oder einem zweiten Fotografen, der den Reflektor nach Anweisung hält. Ansonsten gibt es noch die Möglichkeit den Reflektor auf einem Stativ zu befestigen. Somit ist man zwar in den Möglichkeiten etwas eingeschränkt, dafür aber unabhängiger.

Modell: Oksana | Location: Kelkheim

Setpreis

Mit ca. 110 Euro geht es los. Kamera, Objektiv und ein günstiger 5in1-Reflektor reichen bereits für eindrucksvolle Portraitaufnahmen. Um die Obergrenze von 200 euro auszureizen, kann man sich nun größere Reflektoren zulegen oder man entscheidet sich (auch zusätzlich zum Reflektor) für einen Blitz mit Funkauslöser. Mit dieser Kombination ist dann (fast) alles möglich.

Ich freue mich wie immer über euer Feedback. Das zeigt mir, dass ich mit dieser Artikelserie auf dem richtigen Weg bin. Habt ihr vielleicht schon Erfahrungen mit Portraits? Gibt es noch günstiges Equipment, das ihr empfehlen könnt?

Weitere Artikel dieser Serie:

Günstiger Einstieg in die DSLR-Fotografie (1) – Der Einstieg
Günstiger Einstieg in die DSLR-Fotografie (2) – Allround
Günstiger Einstieg in die DSLR-Fotografie (3) – Portrait
Günstiger Einstieg in die DSLR-Fotografie (4) – Langzeitbelichtung / Nachtaufnahmen
Günstiger Einstieg in die DSLR-Fotografie (5) – Doppelzoom
Günstiger Einstieg in die DSLR-Fotografie (6) – Makrofotografie
Günstiger Einstieg in die DSLR-Fotografie (7) – Heimstudio

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6 thoughts on “Günstiger Einstieg in die DSLR-Fotografie (3)

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