Günstiger Einstieg in die DSLR-Fotografie (2)

Nachdem ich euch im letzten Artikel (dem ersten Artikel dieser Serie) Sets für den Einstieg vorgestellt habe, die maximal 100 Euro kosten, kratzen wir heute an der nächsten Grenze. Für die restlichen sechs Sets, die ich noch vorstelle, wollen wir nicht mehr als 200 Euro ausgeben ohne uns dabei in den Möglichkeiten zu beschränken.

Set 2 – Allround

Heute geht es weiter mit dem Set „Allround“, einem Set, dass kein Spezialist ist, aber dafür vielseitig einsetzbar. Außer einer digitalen Spiegelreflexkamera und einem Standard-Zoomobjektiv, benötigen wir noch ein Stativ, einen Blitz und evtl. ein Blitzkabel oder einen Funkauslöser für das entfesselte Blitzen um die meisten fotografischen Aufgaben angehen zu können.

Vielfältige Bilder

Kamera

Hier gilt das Gleiche wie im letzten Artikel. Als Einstiegskamera kämen z.B. die Modelle Canon D30, Canon D60, Canon 10D, Nikon D40 und Nikon D70 infrage. Preislich liegt man hier im Rahmen zwischen 40 und 80 Euro, je nach Zustand. Ich empfehle auch hier wieder eine Auflösung ab 6 Megapixeln, somit wäre die D30 nur etwas für Leute, die wissen, dass sie ihre Bilder nur auf einem Monitor oder TV präsentieren. Die Full-HD-Auflösung liegt nur bei ca. 2MP.

Objektiv

Auch hier empfehle ich wieder ein Standard-Zoomobjektiv, wie es für APS-C und Kleinbild/Vollformat gängig ist. Die Brennweiten liegen hier bei 18-55mm, 28-80mm oder 28-90mm. Zum Anschluss-Bajonett und der Sache mit dem AF-Motor bei Nikon, gelten weiterhin die Hinweise aus dem ersten Artikel der Serie. Somit liegen wir preislich bei ca. 20-30 Euro für ein Standard-Zoomobjektiv.

Stativ

Stative sind auch heute noch wichtiger als viele denken. Selbst – oder gerade – Profifotografen besitzen ein gutes Stativ um für alle Fälle gerüstet zu sein. Bei Nachtaufnahmen und Langzeitbelichtungen ist es unverzichtbar. Aber auch im Studio lässt es sich entspannter arbeiten, wenn man die Kamera nicht ständig in der Hand hält.
Für ein Stativ habe ich 20-50 Euro vorgesehen. Machen wir uns nichts vor, mit einem Stativ der 300-Euro-Klasse (oder höher) kann das nicht konkurrieren. Bleibt aber das Gewicht der Kamera-Objektiv-Kombination moderat (sagen wir bis 1,5, max. 2 kg), dann ist es schon ein Unterschied, ob ich die 1/20 Sekunde aus der Hand fotografiere oder mit einem günstigen Stativ. Und mit dem Selbstauslöser und der Spiegelvorauslösung der Kamera, kann man noch einiges herausholen.
Gebrauchte Stative sind oft schon für unter 10 Euro zu finden. Das sind dann meist Erbstücke oder Dachbodenfunde. Die Verkäufer kennen sich nicht aus und sind froh, wenn „das Zeug“ weg ist. Ältere Stative sind oft auch stabiler gebaut, als die günstigen heutzutage. Hier also mal die Augen aufhalten.
Wenn es aber ein neues Stativ sein soll, habe ich hier auch zwei Optionen entdeckt. Das eine ist ein Einstiegsmodell von Hama, das Star 61 zu einem Preis von aktuell knapp 22 Euro. Ich habe es selbst lange genutzt. Erst als Kamera und Objektive schwerer wurden, musste etwas besseres her.
Die andere interessante Option ist ein Stativ von AmazonBasics für knapp 50 Euro, das sogar einen Kugelkopf mitbringt (muss man in höheren Preisklassen separat kaufen).

Blitz

Einen Blitz benötigt man immer dann, wenn zu wenig Licht vorhanden ist. Sei es weil die Gesamtsituation zu dunkel ist und man nicht mit langen Verschlusszeiten fotografieren kann, oder weil ein Szene harte Schattenwürfe aufweist (z.B. in der Mittagssonne). Aber auch schnelle Bewegungen lassen sich mit einem „gezielten Blitz“ einfrieren.
Beim Blitzgerät müssen wir Abstriche machen, aber das ist gar nicht schlimm. Verzichten müssen wir auf eine TTL-Steuerung, die die Blitzleistung automatisch regelt. Der erfahrene Fotograf blitzt in den meisten Situationen manuell und das ist mit (fast) jedem Blitz möglich. Neben älteren Blitzgeräten, die gebraucht meist für unter 10 Euro zu haben sind habe ich noch eine andere Empfehlung. Unter Amateurfotografen (aber auch bei einigen Profis) sind die Blitzgeräte des Herstellers Yongnuo beliebt. Das liegt vor allem am Preisleistungsverhältnis, aber auch an der gebotenen Qualität. Die Modelle YN-460, YN460II und YN-560II gibt es zum Neupreis von 40-60 Euro, gebraucht habe ich schon welche für 20 Euro gesehen. Für klitzekleines Geld gibt es dann noch Blitzdiffusoren, die das Licht etwas mehr streuen und dadurch weicher machen. Beim Kauf sollte aber darauf geachtet werden, dass der Diffusor zum Blitz passt.

Funkauslöser oder Blitzkabel

Wer jetzt noch Geld übrig hat, kann sich im entfesselten Blitzen üben. Hierbei ist der Blitz von der Kamera getrennt, was weitere Möglichkeiten der Ausleuchtung ermöglicht. Die Bilder sehen dann – bei entsprechender Erfahrung – auch nicht mehr so typisch geblitzt aus. Die einfachste Möglichkeit bietet hier ein Kabel zum entfesselten Blitzen. Diese sind für Nikon und für Canon in kleinen Längen schon für ca. 13-15 Euro erhältlich, gebraucht sicher unter 10 Euro. Kabel sind beim Auslösen des Blitzes zuverlässiger, allerdings ist man durch das Kabel unflexibler, was die Entfernung der Blitze angeht. Eine deutlich höhere Reichweite bieten hier die Funkauslöser, die Reichweiten zwischen 30 und 100 Metern haben. Auch hier möchte ich wieder auf den Hersteller Yongnuo verweisen, welcher sehr günstige und beliebte Modelle im Angebot hat. Für Nikon wären das z.B. der RF-602/N und der RF603/N1, RF603/N2 oder RF603N3 (richtigen Typ für die Kamera auswählen). Für Canon z.B. die Modelle RF602/C und RF603/C1, RF603/C2 oder RF603/C3 (richtigen Typ für die Kamera auswählen). Die Auslöser sind zu einem Neupreis von 20-30 Euro zu haben, gebraucht natürlich günstiger.

Setpreis

Die günstigste Variante läge hier bei etwa 160 Euro, je nach Variation der einzelnen Komponenten kann man die 200 Euro-Grenze ausreizen. Mit diesem Set ist man für die meisten fotografischen Situationen gerüstet. Mit ein wenig Übung und dem Wissen über die Grundlagen, kann man hier so manchen Amateur mit 2000-Euro-Ausrüstung alt aussehen lassen.

Ich bin wie immer auf eure Meinung gespannt. Vielleicht hat auch jemand schon den Einstieg vollzogen und möchte seine Erfahrungen teilen. Oder habt ihr Ergänzungen zu dem Thema? Her damit.

Weitere Artikel dieser Serie:

Günstiger Einstieg in die DSLR-Fotografie (1) – Der Einstieg
Günstiger Einstieg in die DSLR-Fotografie (2) – Allround
Günstiger Einstieg in die DSLR-Fotografie (3) – Portrait
Günstiger Einstieg in die DSLR-Fotografie (4) – Langzeitbelichtung / Nachtaufnahmen
Günstiger Einstieg in die DSLR-Fotografie (5) – Doppelzoom
Günstiger Einstieg in die DSLR-Fotografie (6) – Makrofotografie
Günstiger Einstieg in die DSLR-Fotografie (7) – Heimstudio

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6 thoughts on “Günstiger Einstieg in die DSLR-Fotografie (2)

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