Wie man Schneeflocken fotografiert (Schneetexturen)

Im letzten Artikel gab es ja die Schneetexturen zum Download. Einige Leser haben mich daraufhin gefragt, wie man denn Schneeflocken so fotografiert, dass man sie hinterher als Textur nutzen kann. Das will ich euch heute erklären.

Prinzipiell kann man die Schneeflocken überall fotografieren. Von Vorteil ist es aber, wenn der Hintergrund möglichst dunkel ist. Ich habe die Fotos vom Balkon aus gemacht. Auf den folgenden Bildern seht ihr die Aussicht (nicht so dolle, ich weiß).

Ungeschönte Aussicht vom Balkon 1

Ungeschönte Aussicht vom Balkon 2

Auf dem oberen der beiden Bilder sind die Häuser auf der anderen Straßenseite zu sehen. Diese sind sehr hell und bereiten später Probleme. Nachdem ich die Kamera nach unten geschwenkt habe, hatte ich keine hellen Stellen mehr im Bild (von dem Stück Papier abgesehen).

Nachdem wir wissen in welche Richtung wir fotografieren, geht es nun an die Kameraeinstellungen (wir fotografieren manuell). Hier kommt es darauf an, so zu belichten, dass das Bild möglichst schwarz wird. Da wir mit Blitz fotografieren, sind wir in der Belichtungszeit nicht ganz frei. Die sogenannte Blitzsynchronzeit setzt uns hier eine Grenze, nämlich die kürzeste Belichtungszeit die wir mit Blitz noch nutzen können. Bei meiner Kamera ist das 1/300 Sekunde (einfach mal ins Handbuch eurer Kamera schauen oder googlen). Ich habe also an meiner Kamera diese Verschlusszeit eingestellt. Nun habe ich Testaufnahmen (ohne Blitz) mit verschiedenen Blendenwerten gemacht und geschaut, wann das Bild schwarz wird. Bei mir waren das Werte um Blende 11 bzw. 16. Das müsst ihr aber selbst bestimmen, da hier eben die Kamera (bzw. die Blitzsynchronzeit) und das Umgebungslicht eine Rolle spielen.
Zum Schluss stellen wir noch die Fokussierung auf MF (manuell) und stellen eine Entfernung zwischen 0,5 und 1,5 Meter ein. Hier kann man ein wenig spielen, um sowohl scharfe Schneeflocken zu erhalten, als auch welche die außerhalb des Schärfebereichs liegen.

Nun können wir den Blitz einschalten, diesen stellen wir ebenfalls in den manuellen Modus. Die Blitzleistung habe ich auf den höchsten Wert (1/1) gestellt, den Reflektor auf die längste Brennweite (glaube um die 105mm) um das Licht etwas zu bündeln. Und dann kann es auch schon losgehen.

Auf dem nächsten Bild seht ihr einen ersten Versuch mit den hellen Häusern im Hintergrund.

Schneeflocken mit hellem Hintergrund

Ich habe oben bereits das Problem mit dem hellen Hintergrund erwähnt. Man sieht deutlich, dass die Häuser die gleiche Helligkeit aufweisen, wie die Schneeflocken. Da ist in der Nachbearbeitung nicht mehr viel zu machen.

Schneeflocken mit dunklem Hintergrund

Auf diesem Bild, bei dem ich mit der Kamera nach unten geschwenkt bin, ist nur der Weg leicht zu erkennen. Das lässt sich in der Nachbearbeitung korrigieren. Ich zeige euch mal das Vorgehen in Canon DPP (Digital Photo Professional).

DPP Gradationskurve RGB DPP Gradationskurve Schwarzpunkt DPP Gradationskurve Weißpunkt

Ihr öffnet das Bild in Canon DPP und wechselt in den Reiter RGB. Über der Gradationskurve müsst ihr darauf achten, dass der Button RGB aktiviert ist, damit ihr in allen Farbkanälen arbeitet (Bild links). Jetzt geht ihr mit der Maus an den linken Rand des Histogramms bis der Mauszeiger zu einem Doppelpfeil wird. Nun könnt ihr den Schwarzpunkt verändern, in dem ihr die senkrechte Linie nach rechts schiebt. Und zwar so weit, bis die störenden hellen Stellen im Bild verschwunden sind (Bild mitte). Jetzt bewegt ihr den Mauszeiger an den rechten Rand des Histogramms und zieht die senkrechte Linie nach links um den Weißpunkt zu verändern. Damit kann man den Schneeflocken ein wenig mehr „Pepp“ geben. Hier aber nicht übertreiben, sonst werden die Ränder der Flocken zu scharf, was dann unnatürlich aussieht.

In den kleinen Vorschaubildchen kann man das leider nicht so gut erkennen. Aber wenn man alles richtig gemacht hat, dann sieht das Endergebnis so aus:

Finale Schneetextur

Ich hoffe, ich konnte das verständlich rüberbringen. Jetzt müsst ihr nur noch auf den nächsten Schnee (evtl. den nächsten Winter) warten und könnt selbst loslegen. Ich würde mich freuen, wenn ihr von euren Erfolgen (oder auch Misserfolgen) berichtet.

Falls euch dieser Artikel gefallen hat, würde ich mich freuen, wenn ihr einen Kommentar hinterlasst. Damit auch andere Interessierte diesen Artikel lesen können, dürft ihr den Artikel gerne auf Facebook, Twitter oder Google+ teilen.

One thought on “Wie man Schneeflocken fotografiert (Schneetexturen)

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